Hallo! Wenn du Schmerzen an der Rückseite deiner Ferse hast und sich dort eine Beule gebildet hat, fragst du dich vielleicht, was das ist. Sehr oft handelt es sich dabei um eine Haglund-Deformität. Das ist im Grunde eine Knochenauswuchtung, die sich am Fersenbein bildet, genau dort, wo die Achillessehne ansetzt. Diese Auswuchtung kann, besonders wenn sie ständig von Schuhen oder anderen Dingen gereizt wird, zu Entzündungen und Schmerzen führen. Keine Sorge, du bist damit nicht allein, und es gibt gute Möglichkeiten, damit umzugehen.
Was ist eigentlich diese Haglund-Deformität?
Stell dir vor, dein Fersenbein, also der Knochen hinten an deiner Ferse, hat eine kleine, unnatürliche Ausbuchtung. Genau das ist die Haglund-Deformität. Manche Leute nennen es auch „Pump Bump“, weil es oft bei Frauen auftritt, die enge Schuhe mit hohen Absätzen tragen. Aber auch Männer und Leute, die gar keine Pumps tragen, können betroffen sein. Es ist eine knöcherne Vergrößerung am hinteren oberen Rand des Fersenbeins, direkt dort, wo die Achillessehne ansetzt.
Anatomie der Sache: Wo genau passiert das?
Um das Ganze besser zu verstehen, hilft es, sich die Anatomie kurz anzuschauen. Dein Fuß ist ein komplexes Gebilde, und die Ferse spielt eine zentrale Rolle. Das Fersenbein (Calcaneus) ist der größte Knochen in deinem Fuß. Oben hinten am Fersenbein setzt die Achillessehne an, die stärkste Sehne in deinem Körper. Sie verbindet die Wadenmuskulatur mit der Ferse und ist entscheidend für Bewegungen wie Gehen, Laufen und Springen.
Direkt zwischen der Achillessehne und dem Fersenbein befindet sich ein kleiner Schleimbeutel, der Bursa subachillea (oder retrocalcaneale Bursa). Dieser Schleimbeutel ist wie ein kleines Kissen, das die Reibung zwischen Sehne und Knochen minimieren soll. Wenn nun durch die Haglund-Deformität eine knöcherne Ausbuchtung entsteht, kann diese Ausbuchtung den Schleimbeutel und die Achillessehne reizen.
Der Teufelskreis aus Reizung und Schmerz
Die Sache ist die: Wenn diese knöcherne Ausbuchtung ständig an der Achillessehne und dem Schleimbeutel reibt – sei es durch deine Bewegungen oder durch enge Schuhe – entsteht eine Entzündung. Dieser entzündete Schleimbeutel wird geschwollen und schmerzhaft. Manchmal kann sich sogar die Achillessehne selbst entzünden, was man als Achillessehnenentzündung (Achillodynie) bezeichnet. Das Problem ist, dass diese Entzündung wiederum die Schwellung verstärkt, die Reibung erhöht und so weiter. Ein echter Teufelskreis.
Stell dir vor, du hast einen Stein im Schuh. Am Anfang merkst du es vielleicht kaum, aber je länger du damit läufst, desto mehr reibt es, desto mehr wird deine Haut gereizt und schmerzt. Ähnlich ist es mit der Haglund-Deformität. Die knöcherne Struktur ist immer da, und bestimmte äußere Faktoren oder Bewegungen können die Reizung auslösen oder verschlimmern.
Warum gerade ich? Ursachen und Risikofaktoren
Du fragst dich wahrscheinlich, warum du überhaupt eine Haglund-Deformität bekommen hast. Ganz ehrlich, die genaue Ursache ist nicht immer hundertprozentig klar, und oft spielen mehrere Faktoren zusammen. Es ist selten nur eine einzige Sache, die dazu führt.
Knochenstruktur: Manchmal ist es einfach so gebaut
Einige Menschen sind einfach von Natur aus so gebaut, dass sie eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, eine Haglund-Deformität zu entwickeln. Das hat oft mit der Anatomie ihres Fersenbeins zu tun. Wenn der hintere obere Teil des Fersenbeins etwas spitzer oder hervorstehender ist, ist das Risiko größer. Das ist quasi eine Veranlagung, die du nicht beeinflussen kannst. Es ist, wie es ist.
Schuhe: Deine treuen Begleiter können auch Feinde sein
Das ist wahrscheinlich der am häufigsten genannte Faktor. Enge Schuhe, besonders solche mit einer starren Fersenkappe, können enormen Druck auf den Bereich ausüben, wo die Haglund-Deformität sitzt. Stell dir vor, du reibst ständig mit etwas Hartem an einer Stelle deines Körpers – irgendwann wird es wund und entzündet. High Heels oder auch manche Sport- und Freizeitschuhe mit fester Fersenumrandung sind hier oft die Übeltäter. Sie drücken genau auf die empfindliche Stelle, wo die knöcherne Ausbuchtung den Schleimbeutel und die Sehne reizt.
Dein Gangbild: Wie du gehst, kann einen Unterschied machen
Die Art und Weise, wie du gehst, also dein Gangbild, kann ebenfalls eine Rolle spielen. Zum Beispiel können Menschen mit einem sehr steifen Fußgewölbe oder einem Fuß, der dazu neigt, nach innen zu knicken (Überpronation), anfälliger sein. Bei Überpronation rollt der Fuß beim Gehen stark nach innen ab, was zusätzliche Spannung auf die Achillessehne und die umliegenden Strukturen ausüben kann. Das kann die Reibung verstärken und die Entzündung fördern.
Sportliche Aktivitäten: Belastung kann zum Problem werden
Besonders Laufsportarten oder Aktivitäten, bei denen viel gesprungen wird oder die Ferse stark beansprucht wird, können die Beschwerden auslösen oder verschlimmern. Stell dir vor, du läufst kilometerweit, und bei jedem Schritt reibt die Achillessehne an der knöchernen Ausbuchtung. Das ist eine chronische Überlastung, die zur Entzündung des Schleimbeutels und der Achillessehne führen kann. Es geht nicht darum, Sport zu vermeiden, sondern darum, auf die Signale deines Körpers zu hören und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
Hohes Fußgewölbe: Ein weiteres anatomisches Merkmal
Menschen mit einem hohen Fußgewölbe (Pes cavus) haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Bei einem hohen Fußgewölbe ist die Achillessehne oft straffer und zieht stärker am Fersenbein. Diese erhöhte Spannung kann die Reibung an der knöchernen Ausbuchtung verstärken und so zur Entwicklung oder Verschlimmerung der Haglund-Deformität beitragen.
Genetische Veranlagung: Manchmal liegt es in der Familie
Auch wenn es nicht immer offensichtlich ist, können genetische Faktoren eine Rolle spielen. Wenn Haglund-Deformitäten in deiner Familie vorkommen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch du davon betroffen sein könntest. Es ist oft eine Kombination aus der individuellen Knochenstruktur und den äußeren Einflüssen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es selten nur eine Ursache gibt. Es ist meist eine Mischung aus deiner individuellen Anatomie, den Schuhen, die du trägst, deinen sportlichen Aktivitäten und deinem Gangbild. Das Gute daran ist, dass du einige dieser Faktoren beeinflussen kannst, um die Beschwerden zu lindern.
Symptome: Wie äußert sich das Ganze?
Du spürst wahrscheinlich, dass etwas nicht stimmt, aber es ist gut zu wissen, auf welche spezifischen Anzeichen du achten solltest. Die Symptome einer Haglund-Deformität sind meist recht eindeutig und konzentrieren sich auf den hinteren Fersenbereich.
Schmerz an der Rückseite der Ferse
Das ist das Hauptsymptom. Der Schmerz tritt typischerweise am hinteren oberen Teil der Ferse auf, genau dort, wo die Achillessehne ansetzt. Dieser Schmerz kann anfangs leicht sein und nur bei bestimmten Aktivitäten oder nach längerem Gehen/Stehen auftreten. Mit der Zeit kann er aber intensiver werden und dich auch im Ruhezustand beeinträchtigen.
Schmerz beim Tragen von Schuhen
Besonders auffällig ist der Schmerz oft, wenn du Schuhe trägst, die eine starre oder enge Fersenkappe haben. Der Druck der Schuhkappe auf die knöcherne Ausbuchtung kann extrem unangenehm sein. Viele Betroffene berichten, dass sie bestimmte Schuhe (wie Pumps oder feste Sportschuhe) überhaupt nicht mehr tragen können.
Eine sichtbare Beule oder Schwellung
Du wirst wahrscheinlich eine sichtbare Beule oder eine Schwellung an der Rückseite deiner Ferse bemerken. Diese Beule ist die Haglund-Deformität selbst und/oder die geschwollene Bursa (Schleimbeutel) und das umliegende Gewebe, das sich aufgrund der Entzündung verdickt hat. Manchmal ist die Beule auch rötlich verfärbt oder fühlt sich wärmer an als die umliegende Haut.
Druckempfindlichkeit
Der Bereich um die Beule ist oft sehr druckempfindlich. Schon eine leichte Berührung kann Schmerzen verursachen. Wenn du versuchst, den Bereich abzutasten, wirst du feststellen, dass es dort deutlich empfindlicher ist als an anderen Stellen deiner Ferse.
Rötung und Wärme
Aufgrund der Entzündung kann die Haut über der Beule gerötet und warm sein. Das sind klassische Anzeichen einer Entzündungsreaktion im Körper. Wenn du diese Symptome bemerkst, ist das ein klares Zeichen, dass etwas im Gange ist.
Steifigkeit am Morgen
Viele Menschen mit entzündlichen Fersenerkrankungen klagen über Steifigkeit, besonders am Morgen oder nach längerer Ruhephase. Die Ferse fühlt sich steif und unbeweglich an, und es dauert eine Weile, bis der Schmerz und die Steifigkeit nachlassen, wenn du dich bewegst.
Schmerz bei Bewegung des Fußes
Bestimmte Bewegungen des Fußes, insbesondere das Anheben der Zehen (Dorsalextension) oder das Dehnen der Achillessehne, können den Schmerz verstärken. Das liegt daran, dass diese Bewegungen zusätzlichen Druck oder Zug auf die gereizte Achillessehne und den Schleimbeutel ausüben.
Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Symptome nicht nur auf eine Haglund-Deformität hindeuten müssen. Auch andere Erkrankungen wie eine reine Achillessehnenentzündung, Bursitis ohne knöcherne Auswuchtung oder sogar eine Fersenbeinfraktur können ähnliche Beschwerden verursachen. Daher ist es immer ratsam, bei anhaltenden Schmerzen einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten.
Diagnose: Wie findet man heraus, ob es eine Haglund-Deformität ist?
Wenn du mit den beschriebenen Symptomen zu einem Arzt gehst, wird dieser verschiedene Schritte unternehmen, um die richtige Diagnose zu stellen. Es ist wichtig, genau zu sein, um die bestmögliche Behandlung zu finden.
Anamnese: Dein Arzt hört zu
Zuerst wird dein Arzt dich ausführlich befragen. Er möchte wissen:
- Wann haben die Schmerzen angefangen?
- Wo genau tut es weh?
- Welche Art von Schmerz ist es (stechend, brennend, dumpf)?
- Was verschlimmert die Schmerzen (bestimmte Schuhe, Aktivitäten)?
- Was lindert die Schmerzen?
- Hast du eine sichtbare Beule oder Schwellung bemerkt?
- Welche Sportarten machst du?
- Trägst du bestimmte Schuhe häufig?
- Gab es frühere Verletzungen oder ähnliche Probleme?
Sei hier so detailliert wie möglich. Deine Informationen sind superwichtig, um erste Anhaltspunkte zu bekommen.
Körperliche Untersuchung: Dein Arzt schaut und tastet
Danach folgt die körperliche Untersuchung. Dein Arzt wird:
- Den Fuß und die Ferse inspizieren: Er wird nach Rötungen, Schwellungen, einer sichtbaren Beule oder Hautveränderungen suchen.
- Die Ferse abtasten: Er wird den Bereich der Achillessehne und des Fersenbeins vorsichtig abtasten, um festzustellen, wo genau der Schmerz ist und ob eine knöcherne Ausbuchtung oder eine geschwollene Bursa vorhanden ist. Die Druckempfindlichkeit ist hier ein wichtiges Indiz.
- Die Beweglichkeit prüfen: Er wird dich bitten, deinen Fuß und dein Sprunggelenk in verschiedene Richtungen zu bewegen, um die Beweglichkeit zu beurteilen und festzustellen, ob bestimmte Bewegungen den Schmerz auslösen oder verstärken. Auch die Spannung der Achillessehne wird geprüft.
- Dein Gangbild beobachten: Manchmal kann der Arzt auch beobachten, wie du gehst, um mögliche Fehlstellungen oder Auffälligkeiten im Gangbild zu erkennen, die zur Haglund-Deformität beitragen könnten.
Bildgebende Verfahren: Was die Augen nicht sehen können
Oft reicht die körperliche Untersuchung nicht aus, um die Diagnose zu bestätigen oder andere Ursachen auszuschließen. Dann kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz:
Röntgenaufnahmen
Das ist in der Regel der erste Schritt. Eine Röntgenaufnahme der Ferse, besonders in der seitlichen Ansicht, kann die knöcherne Ausbuchtung (die Haglund-Deformität) sehr gut sichtbar machen. Der Arzt kann die Größe und Form der Ausbuchtung beurteilen. Er wird auch nach anderen knöchernen Veränderungen suchen, die eventuell mit deinen Symptomen zusammenhängen könnten. Auch eine Kalkeinlagerung in der Achillessehne (ein Zeichen für eine chronische Achillessehnenentzündung) kann hier sichtbar werden.
Ultraschall (Sonographie)
Ein Ultraschall ist eine gute Methode, um Weichteile zu beurteilen. Er kann eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursitis) oder der Achillessehne (Achillodynie) sichtbar machen. Man kann die Dicke des Schleimbeutels messen und sehen, ob sich Flüssigkeit darin angesammelt hat. Auch Veränderungen in der Achillessehne selbst, wie Schwellungen oder Strukturschäden, können gut dargestellt werden. Der Vorteil des Ultraschalls ist, dass er dynamisch ist, das heißt, der Arzt kann deinen Fuß auch in Bewegung untersuchen.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Ein MRT wird seltener, aber manchmal eingesetzt, besonders wenn die Diagnose unklar ist oder wenn eine Operation in Betracht gezogen wird. Ein MRT liefert sehr detaillierte Bilder von Knochen, Sehnen, Bändern und Schleimbeuteln. Es kann sehr genau zeigen, wie stark der Schleimbeutel entzündet ist, ob die Achillessehne geschädigt ist (z. B. Risse) und wie die knöcherne Ausbuchtung die umliegenden Strukturen beeinflusst. Es ist besonders nützlich, um andere mögliche Ursachen für Fersenschmerzen auszuschließen.
Mit all diesen Informationen kann dein Arzt eine genaue Diagnose stellen und einen passenden Behandlungsplan für dich entwickeln. Zögere nicht, Fragen zu stellen, wenn dir etwas unklar ist. Es ist dein Körper, und du solltest verstehen, was mit ihm los ist.
Therapieansätze: Was kann man dagegen tun?
Wenn die Diagnose steht, geht es darum, die Schmerzen zu lindern und die Entzündung in den Griff zu bekommen. Glücklicherweise gibt es viele Behandlungsmöglichkeiten, und oft hilft schon eine konservative Therapie sehr gut. Eine Operation ist meist der letzte Ausweg.
Konservative Behandlung: Oft der erste und beste Weg
Der Großteil der Haglund-Deformitäten kann erfolgreich ohne Operation behandelt werden. Hier sind die wichtigsten Ansätze:
Schuhwerk anpassen: Weniger Reibung, weniger Schmerz
Das ist oft der einfachste, aber effektivste Schritt. Vermeide Schuhe mit starren Fersenkappen, die auf die betroffene Stelle drücken. Such dir Schuhe, die im Fersenbereich weicher sind oder offen sind (z.B. Sandalen, offene Pantoletten), um den Druck zu minimieren. Manchmal hilft es auch, Schuhe mit einem kleinen Absatz zu tragen, da dies den Zug auf die Achillessehne leicht reduziert. Achte darauf, dass deine Schuhe gut passen und nicht zu eng sind. Es gibt auch spezielle Fersenkappenpolster, die in den Schuh geklebt werden können, um den Druck zu verteilen.
Kühlung: Entzündungen dämpfen
Kälteanwendungen können helfen, Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren. Leg mehrmals täglich für 15-20 Minuten einen Eisbeutel (in ein Tuch gewickelt, um Erfrierungen zu vermeiden) auf die schmerzende Stelle. Das hilft nicht nur bei der Entzündung, sondern kann auch schmerzlindernd wirken.
Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Die Akuthelfer
Dein Arzt kann dir nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac verschreiben. Diese Medikamente helfen, sowohl Schmerzen als auch Entzündungen zu lindern. Sie sind besonders hilfreich in akuten Phasen, um die Symptome schnell zu reduzieren. Denk aber daran, dass sie die Ursache nicht beheben und nicht langfristig ohne ärztliche Absprache eingenommen werden sollten. Es gibt sie auch als Salben, die direkt auf die Stelle aufgetragen werden können.
Dehnübungen: Flexibilität für die Achillessehne
Regelmäßiges und sanftes Dehnen der Achillessehne und der Wadenmuskulatur kann helfen, die Spannung auf die Sehne zu reduzieren und die Beweglichkeit zu verbessern. Eine zu straffe Achillessehne kann die Reibung an der Haglund-Deformität verstärken. Frag deinen Arzt oder Physiotherapeuten nach den richtigen Dehnübungen. Typische Übungen sind das Dehnen an der Wand oder auf einer Stufe. Achte darauf, nicht zu überdehnen, da dies die Entzündung verschlimmern könnte.
Physiotherapie: Professionelle Unterstützung
Ein Physiotherapeut kann dir gezielte Übungen und Techniken zeigen, die auf deine spezielle Situation zugeschnitten sind. Dazu können gehören:
- Dehnübungen: Wie bereits erwähnt, aber unter professioneller Anleitung.
- Kräftigungsübungen: Um die umliegende Muskulatur zu stärken und das Gangbild zu optimieren.
- Manuelle Therapie: Um Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Taping: Spezielle Taping-Techniken können den Bereich entlasten und unterstützen.
- Ultraschalltherapie oder andere physikalische Anwendungen: Diese können helfen, die Heilung zu fördern und Schwellungen zu reduzieren.
Einlagen und Fersenkeile: Den Fuß unterstützen
Orthopädische Einlagen oder Fersenkeile können dabei helfen, das Gangbild zu korrigieren und den Druck auf die Ferse zu reduzieren. Besonders bei einem hohen Fußgewölbe oder einer Überpronation können spezielle Einlagen sehr sinnvoll sein. Ein Fersenkeil kann den Fuß in eine Position bringen, die den Zug auf die Achillessehne verringert.
Kortisoninjektionen: Wenn es wirklich hartnäckig ist
In hartnäckigen Fällen, wenn andere Maßnahmen nicht greifen, kann der Arzt eine Kortisoninjektion in den Schleimbeutel in Betracht ziehen. Kortison ist ein starker Entzündungshemmer und kann die Schwellung und den Schmerz schnell reduzieren. Allerdings sollte dies mit Vorsicht erfolgen, da Kortisoninjektionen in die Nähe der Achillessehne das Risiko einer Sehnenruptur erhöhen können. Daher wird es meist nur unter Ultraschallkontrolle und nicht wiederholt angewendet.
Stoßwellentherapie: Schallwellen zur Heilung
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) kann bei chronischen Achillessehnenentzündungen, die oft mit der Haglund-Deformität einhergehen, wirksam sein. Dabei werden hochenergetische Schallwellen auf die betroffene Stelle gerichtet, um die Heilungsprozesse im Gewebe anzuregen und Schmerzen zu lindern.
Operative Behandlung: Wenn nichts anderes hilft
Wenn alle konservativen Maßnahmen über einen längeren Zeitraum (oft 6-12 Monate) keine ausreichende Besserung bringen und die Schmerzen deinen Alltag weiterhin stark beeinträchtigen, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden.
Ziel der Operation
Das Hauptziel der Operation ist es, die knöcherne Ausbuchtung zu entfernen und/oder den entzündeten Schleimbeutel zu entlasten.
Der chirurgische Eingriff (Resektion der Haglund-Exostose)
Der Chirurg entfernt die knöcherne Ausbuchtung des Fersenbeins (Exostose). Dies kann auf verschiedene Arten geschehen:
- Offener Eingriff: Dabei wird ein kleiner Schnitt an der Seite der Ferse gemacht, um die Knochenausbuchtung direkt sichtbar zu machen und abzutragen. Manchmal wird dabei auch ein Teil des entzündeten Schleimbeutels entfernt. Wenn die Achillessehne selbst geschädigt ist, kann sie ebenfalls repariert werden.
- Endoskopischer Eingriff (minimalinvasiv): Bei dieser Methode werden nur kleine Schnitte gemacht und eine kleine Kamera (Endoskop) sowie spezielle Instrumente eingeführt. Dies ist weniger invasiv, kann aber nicht in jedem Fall angewendet werden und erfordert einen erfahrenen Chirurgen.
Nach der Operation ist eine Rehabilitationsphase erforderlich. Du wirst wahrscheinlich eine Weile eine Gehhilfe oder einen speziellen Schuh tragen müssen, um den Fuß zu entlasten. Physiotherapie ist nach der Operation entscheidend, um die Beweglichkeit wiederherzustellen und die Muskulatur zu stärken. Die Erholungszeit kann mehrere Wochen bis Monate dauern.
Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile einer Operation genau mit deinem Arzt zu besprechen. Eine Operation birgt immer Risiken (Infektionen, Nervenschäden, Narbenbildung) und ist kein Allheilmittel. Bei den meisten Menschen sind die Ergebnisse nach einer erfolgreichen Operation jedoch sehr gut und die Schmerzen verschwinden.
Unabhängig vom gewählten Therapieansatz ist Geduld ein wichtiger Faktor. Die Heilung einer Haglund-Deformität, insbesondere wenn bereits eine chronische Entzündung vorliegt, kann Zeit in Anspruch nehmen. Bleib dran und arbeite eng mit deinem Arzt und Physiotherapeuten zusammen.
Prävention: Wie du einer Haglund-Deformität vorbeugen kannst
Auch wenn du eine gewisse Veranlagung hast, kannst du einiges tun, um das Risiko einer Haglund-Deformität zu minimieren oder zumindest die Symptome zu lindern, falls sie schon da sind. Es geht darum, die Reibung und den Druck auf den hinteren Fersenbereich so gering wie möglich zu halten.
Wähle die richtigen Schuhe
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt. Sei wählerisch, was deine Schuhe angeht:
- Vermeide starre Fersenkappen: Such dir Schuhe, deren Fersenkappe weich und nachgiebig ist. Wenn du merkst, dass ein Schuh im Fersenbereich drückt, leg ihn lieber zurück ins Regal.
- Passende Größe: Achte darauf, dass deine Schuhe weder zu eng noch zu weit sind. Ein zu enger Schuh drückt, ein zu weiter Schuh kann durch ständiges Rutschen ebenfalls Reibung verursachen.
- Absatzhöhe: Schuhe mit einem sehr hohen oder gar keinem Absatz können die Achillessehne zusätzlich belasten. Ein kleiner Absatz (ca. 1-2 cm) kann tatsächlich helfen, den Zug auf die Achillessehne zu reduzieren.
- Vorsicht bei neuen Schuhen: Lauf neue Schuhe immer erst langsam ein.
Regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur und Achillessehne
Eine gute Flexibilität der Wadenmuskulatur und der Achillessehne ist Gold wert. Wenn diese Strukturen zu straff sind, erhöhen sie den Zug auf das Fersenbein und die Reibung an der Haglund-Deformität. Mach Dehnübungen zu einem festen Bestandteil deiner Routine, besonders wenn du Sport treibst.
Achte auf dein Gangbild
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Fuß stark nach innen knickt (Überpronation) oder du andere Auffälligkeiten beim Gehen hast, sprich mit einem Orthopäden oder Physiotherapeuten. Spezielle Einlagen können hier Wunder wirken und das Gangbild optimieren, wodurch die Belastung auf die Ferse reduziert wird.
Überlastung vermeiden
Höre auf deinen Körper! Wenn du Schmerzen verspürst, besonders nach sportlichen Aktivitäten, nimm dir eine Auszeit. Steigere dein Trainingspensum langsam und gib deinem Körper Zeit zur Erholung. Übertraining kann Entzündungen fördern.
Gewichtskontrolle
Übergewicht erhöht die Belastung auf alle Gelenke und auch auf die Füße. Ein gesundes Körpergewicht kann dazu beitragen, den Druck auf deine Fersen zu reduzieren.
Fußgewölbestütze bei Bedarf
Wenn du ein hohes Fußgewölbe hast, das oft mit einer strafferen Achillessehne einhergeht, können entsprechende Einlagen oder Polsterungen hilfreich sein, um den Fuß besser zu stützen und den Druck auf die Ferse zu verteilen.
Aufwärmen vor dem Sport
Wärme dich immer gut auf, bevor du mit dem Sport beginnst. Das macht Sehnen und Muskeln geschmeidiger und bereitet sie auf die Belastung vor, was das Verletzungsrisiko reduziert.
Indem du diese Präventionsmaßnahmen beherzigst, kannst du dazu beitragen, dass deine Fersen gesund bleiben und du die Schmerzen und Beschwerden einer Haglund-Deformität vermeidest oder zumindest minimierst. Es geht darum, proaktiv zu sein und gut auf deinen Körper zu achten.