Manche Leute bekommen nach einer COVID-19-Infektion Ausschläge an den Füßen, die als „COVID-Zehen“ bezeichnet werden. Diese sehen oft rot oder violett aus und können jucken, brennen oder schmerzen. Sie sind meist harmlos und verschwinden von selbst wieder, aber es ist gut zu wissen, was dahinter steckt.
COVID-Zehen sind eine Hautreaktion, die bei einigen Personen im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion auftritt. Sie sind nicht bei jedem, der COVID-19 hat, vorhanden, und auch nicht jeder, der COVID-Zehen hat, hatte notwendigerweise eine schwere Infektion. Es ist eine von vielen möglichen Manifestationen des Virus.
Wie sehen sie aus?
typischerweise zeigen sich die COVID-Zehen als rote, violette oder bläuliche Flecken oder Quaddeln an den Zehen. Manchmal sind auch die Finger betroffen. Die Haut kann geschwollen sein. Manchmal sieht es ein bisschen so aus, als hätte man sich die Zehen angefroren. Es kann sich um einzelne Flecken oder um ausgedehnte Bereiche handeln.
Wann treten sie auf?
Das ist nicht immer ganz klar. Manchmal treten sie schon auf, bevor andere Symptome einer COVID-19-Erkrankung sichtbar werden. Bei anderen erscheinen sie während der akuten Infektion, und in wieder anderen Fällen treten sie erst nach der Genesung auf, vielleicht sogar Wochen oder Monate später. Dies kann verwirrend sein, da man den Zusammenhang vielleicht nicht sofort erkennt.
Warum bekomme ich COVID-Zehen?
Die genauen Ursachen für COVID-Zehen sind noch Gegenstand der Forschung, aber es gibt einige vielversprechende Theorien dazu, was hier eigentlich passiert. Es ist eine Reaktion deines Körpers auf das Virus, aber auf welche Weise genau, das ist noch im Fluss.
Eine Entzündungsreaktion?
Eine der Haupttheorien besagt, dass COVID-Zehen eine überschießende Entzündungsreaktion des Körpers auf das SARS-CoV-2-Virus sind. Dein Immunsystem kämpft gegen den Erreger, und diese Abwehrreaktion kann dazu führen, dass kleine Blutgefäße in den Extremitäten entzündet werden. Diese Entzündung der kleinen Blutgefäße, auch Vaskulitis genannt, kann dann zu den sichtbaren Hautveränderungen führen. Das ist keine ungewöhnliche Reaktion des Körpers auf Infektionen im Allgemeinen; das Virus scheint hier einfach eine bestimmte Art von Reaktion hervorzurufen.
Direkte Wirkung des Virus?
Es gibt auch die Überlegung, ob das Virus die Gefäßwände direkt schädigen kann. SARS-CoV-2 kann sich an Zellen binden, die die ACE2-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche haben. Diese Rezeptoren finden sich auch in den Zellen, die die Blutgefäße auskleiden. Theoretisch könnte das Virus diese Zellen infizieren und so zu Schäden an den kleinen Blutgefäßen in den Zehen führen. Dies ist eine etwas invasivere Sichtweise dessen, was das Virus tun könnte.
Gerinnungsprobleme?
COVID-19 ist bekannt dafür, dass es das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen kann. Könnten diese Gerinnsel auch eine Rolle bei den COVID-Zehen spielen? Es ist möglich, dass sich kleine Blutgerinnsel in den Gefäßen der Zehen bilden, die dann den Blutfluss behindern und zu den Symptomen führen. Dies könnte die Verfärbung und die Schmerzen erklären. Es ist ein komplexes Zusammenspiel von Entzündung und potenziell veränderter Blutgerinnung.
Wer ist typischerweise betroffen?
Es gibt keine klare Regel, wer COVID-Zehen entwickelt und wer nicht. Die Forschung deutet jedoch auf einige Merkmale hin, die häufiger auftreten. Es ist gut, diese zu kennen, auch wenn sie keine absolute Vorhersagekraft haben.
Altersgruppen
Es scheint, dass COVID-Zehen bei jüngeren Menschen, einschließlich Kindern und jungen Erwachsenen, häufiger auftreten. Ältere Personen sind seltener betroffen. Das könnte daran liegen, dass jüngere Immunsysteme manchmal anders auf Infektionen reagieren. Das ist aber nur eine Beobachtung, keine feste Regel.
Kein schwerer Krankheitsverlauf
Eine wichtige Beobachtung ist, dass COVID-Zehen oft bei Menschen auftreten, die keine schweren COVID-19-Symptome haben oder sogar asymptomatisch waren. Das bedeutet, dass das Auftreten von COVID-Zehen nicht zwangsläufig ein Indikator für eine besonders schlimme Erkrankung ist. Manche Menschen mit COVID-Zehen fühlen sich kaum krank.
Hauttyp und Vorerkrankungen
Es gibt keine eindeutigen Hinweise darauf, dass bestimmte Hauttypen oder bestehende Hauterkrankungen das Risiko für COVID-Zehen signifikant erhöhen. Auch Vorerkrankungen, mit Ausnahme von vielleicht Problemen mit der Durchblutung, spielen anscheinend keine herausragende Rolle. Die Hauptausnahme könnte eine bereits bestehende Neigung zu Durchblutungsstörungen sein, aber selbst das ist nicht immer der Fall.
Wie werden COVID-Zehen diagnostiziert?
Die Diagnose von COVID-Zehen ist meist eine klinische, das heißt, sie basiert auf dem Aussehen der Hautveränderungen und der Kenntnis deiner Krankengeschichte, insbesondere ob du kürzlich an COVID-19 erkrankt warst oder bist. Eine spezifische Untersuchung ist oft nicht nötig, es sei denn, es gibt Unsicherheiten.
Klinische Untersuchung
Ein Arzt wird sich deine Zehen genau ansehen und dich nach deinen Symptomen fragen. Wenn die Veränderungen typisch aussehen (rot-violette Flecken, Schwellungen, eventuell Juckreiz oder Brennen) und du gleichzeitig COVID-19 hattest oder das Virus im Verdacht steht, ist die Diagnose oft recht eindeutig. Die Erfahrung der Ärzte spielt hier eine große Rolle.
Ärztliche Abklärung bei Unsicherheit
Wenn die Hautveränderungen ungewöhnlich aussehen oder wenn es andere unklare Symptome gibt, können weitere Untersuchungen notwendig sein. Dazu gehören könnten Tests auf andere Hauterkrankungen, um sicherzustellen, dass es sich wirklich um COVID-Zehen handelt und nicht um etwas anderes, das ähnlich aussieht. In seltenen Fällen kann auch eine Entnahme einer kleinen Gewebeprobe (Biopsie) sinnvoll sein, um die genaue Ursache zu klären.
Test auf COVID-19
Wenn du COVID-Zehen entwickelst und noch keinen positiven COVID-19-Test hattest, kann es sinnvoll sein, dich testen zu lassen. Dies kann helfen, die Diagnose zu bestätigen, insbesondere wenn du noch keine anderen typischen COVID-Symptome hattest. Auch wenn der Test negativ ausfällt, die COVID-Zehen aber typisch sind, wird die Diagnose meist trotzdem gestellt, da ein negativer Test eine frühe Infektion nicht immer ausschliesst.
Was kann ich tun, wenn ich COVID-Zehen habe?
In den meisten Fällen ist die gute Nachricht, dass COVID-Zehen nicht viel Behandlung erfordern und von selbst wieder verschwinden. Es gibt aber ein paar Dinge, die du tun kannst, um die Beschwerden zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen.
Kühlung und Schonung
Wenn deine Zehen schmerzen oder brennen, kann Kühlen helfen. Du kannst kalte, feuchte Tücher auflegen oder deine Füße in kühles Wasser tauchen. Achte darauf, dass deine Füße nicht zu lange extremer Kälte ausgesetzt sind, um Erfrierungen zu vermeiden. Gib deinen Füßen auch Ruhe. Vermeide es, lange zu stehen oder zu gehen, wenn es schmerzt.
Cremes und Salben
Bei Juckreiz können rezeptfreie Antihistaminika in Form von Cremes oder Salben Linderung verschaffen. Frage am besten in deiner Apotheke nach einer geeigneten Salbe. Wenn die Haut trockener wird, können feuchtigkeitsspendende Cremes helfen, die Haut geschmeidig zu halten und Risse zu vermeiden. Vermeide es, die betroffenen Stellen zu kratzen, da dies die Haut irritieren und zu Infektionen führen kann.
Medikamentöse Behandlung (selten)
Nur in sehr seltenen Fällen, wenn die Beschwerden sehr stark sind oder die Entzündung heftig ist, kann ein Arzt Medikamente verschreiben. Dazu könnten kurzzeitig entzündungshemmende Mittel wie Kortisonpräparate gehören, aber das ist nicht die Regel. Die meisten COVID-Zehen heilen ohne diese Art von Eingriff ab. Der Fokus liegt meist auf Linderung der Symptome, nicht auf einer Heilung des Auslösers, da dieser ja das Virus ist, das dein Körper bekämpft.
Wann sollte ich zum Arzt?
Du solltest einen Arzt aufsuchen, wenn die COVID-Zehen sehr schmerzhaft sind, sich Blasen bilden, die Haut aufbricht oder sich Anzeichen einer Infektion zeigen (Rötung, Wärme, Eiter). Auch wenn du unsicher bist, ob es sich wirklich um COVID-Zehen handelt, oder wenn die Symptome nach mehreren Wochen nicht besser werden, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.
Fazit zu COVID-Zehen
COVID-Zehen sind zwar unangenehm und können beunruhigend sein, aber sie sind meist eine harmlose Folge einer COVID-19-Infektion. Sie sind ein Zeichen dafür, dass dein Körper auf das Virus reagiert hat.
Keine Panik
Das Wichtigste ist, nicht in Panik zu geraten. In den allermeisten Fällen sind COVID-Zehen ein vorübergehendes Phänomen, das von selbst wieder verschwindet. Die Forschung zu diesem Symptom ist noch im Gange, und es wird immer mehr darüber gelernt.
Kommunikation mit dem Arzt
Wenn du dir Sorgen machst oder die Symptome stark sind, zögere nicht, deinen Arzt zu kontaktieren. Er kann dir am besten sagen, was gerade bei dir vor sich geht und was du tun kannst. Das hilft, Gewissheit zu erlangen und gegebenenfalls die richtige Unterstützung zu bekommen. Letztendlich ist es so, dass der Körper oft Wege findet, sich von solchen Reaktionen zu erholen, und COVID-Zehen sind da keine Ausnahme.
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